Schwellenmarkt-Schuldtitel

Aussichten

Die Kurse von Schwellenmarkt-Schuldtiteln schlugen sich relativ gut, seitdem das Vereinigte Königreich am 23. Juni 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union (EU) gestimmt hatte. Wir treten nun in einen Zeitraum erhöhter Ungewissheit ein, glauben jedoch nicht, dass es sich beim Brexit um ein systemisches Ereignis handelt, das eine anhaltende Wirkung auf eine großen Teil des Universums von Schwellenmarkt-Schuldtiteln haben wird.

Mittelfristig sind wir optimistisch bezüglich der Aussichten für auf harte Währungen lautende Schwellenmarkt-Schuldtitel. Das makroökonomische Umfeld bleibt für Schuldtitel stützend. Die geldpolitischen Maßnahmen deckeln die Spreads auf eine Niveau, die unter jenem liegt, das im Februar 2016 erreicht wurde, und die entgegenkommendere Haltung der US-Notenbank liefert einen Katalysator für die Verengung der Spreads.

Uns ist klar, dass die Volatilität hoch bleiben wird und dass auch weiterhin die Notwendigkeit besteht, sowohl taktische Positionen einzugehen als auch selektiv bezüglich des Engagements vorzugehen, da die Differenzierung bei den Schuldtiteln nach wie vor ein sehr wichtiges Thema ist.

Dieselben stützenden Faktoren gelten für die Märkte für Schwellenland-Schuldtitel in lokaler Währung, was uns in Verbindung mit attraktiven langfristigen Bewertungen und Anzeichen für sich verbessernde Fundamentaldaten zu einer positiven Prognose für Schwellenland-Schuldtitel in lokaler Währung veranlasst. Doch auch hier ist auf kurze Sicht Vorsicht geboten, da die Märkte noch die Folgen des Brexit verdauen.

Positionierung

Harte Währung

Unsere Positionierung war sowohl bei den Staatsanleihen- als auch bei den Unternehmensanleihen-Portfolios zum Zeitpunkt des Referendums im Juni neutral. Die Portfolios weisen Barmittelallokationen von etwa fünf Prozent des verwalteten Vermögens, eine kleine Position in US-Staatsanleihen und eine defensive Haltung bezüglich der meisten Kurven auf. Übergewichtete Positionen werden überwiegend in Schuldtiteln mit mittlerem bis hohem Beta gehalten, sind jedoch gut diversifiziert und es bestehen keine dominanten Engagements. Wir sind untergewichtet in Vermögenswerten mit geringerem Beta und stärkerer Korrelation zu US-Treasurys, die der Performance bei einem Abverkauf schaden können, jedoch mittelfristig zur Wertschöpfung beitragen sollten. Unser Schwerpunkt ist aufgrund des stützenden makroökonomischen Umfelds nach wie vor der Kauf ausgewählter Titel in Abhängigkeit von den jeweiligen Bedingungen.

Auf geografischer Ebene ziehen wir es vor, das Engagement in Mittel- und Osteuropa zugunsten von Asien und Lateinamerika zu verringern, die weiter entfernt vom Epizentrum des Brexit-Risikos liegen.

Lokale Währung

Wir haben eine geringfügige Übergewichtung in Schwellenmarkt-Währungen. Wir behalten unsere positive langfristige Sicht der Anlageklasse trotz des jüngsten EU-Votums bei und sind bestrebt, unsere Positionierung aufrechtzuerhalten. Wir werden das Risikosentiment genau auf Anzeichen einer nachhaltigeren Korrektur überwachen, um gegebenenfalls das Portfoliorisiko zu verringern.

In Mittel- und Osteuropa stellen wir in Anbetracht der jüngsten Underperformance unsere Position im polnischen Złoty gegenüber dem Euro auf den Prüfstand. Abgesehen davon planen wir keine weiteren Änderungen hinsichtlich der regionalen Allokationen vor dem Hintergrund des Votums.

Die Portfolioduration, die bei 0,5 Jahren liegt, beeinträchtigte die Performance nicht, wobei erhebliche regionale Unterschiede bestanden. Genau wie bei unserer Währungspositionierung beabsichtigen wir auch hier, unsere Position beizubehalten, sofern keine Änderungen beim Risikosentiment auftreten. 

Weltweite High-Yield-Titel

Aussichten

Wir bleiben auf kurze Sicht vorsichtig bezüglich des Ausblicks für High-Yield-Schuldtitel. Der Brexit wird kurzfristig insbesondere britische und kontinentaleuropäische Hochzinsanleihen beeinträchtigen. Die US-Präsidentschafts- und -Kongresswahlen im November 2016 dürften Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Marktstabilität in den USA haben. Außerdem werden der Energiesektor sowie der Metalle- und Bergbau-Sektor vermutlich weiterhin volatil bleiben, und wir gehen in der Folge von einem Anstieg der Gesamt-Ausfallquote aus.

Die weltweite Ausfallquote lag im Mai über ihrem historischen Durchschnitt und kann noch stärker steigen. Allerdings scheint der Großteil der Zahlungsausfälle in den USA auf die Rohstoffsektoren beschränkt zu sein. Außerdem hüten wir uns vor einem sich verteuernden Dollar und einem damit verbundenen Umschwung beim Ölpreis, der US-amerikanische High-Yield-Titel belastet, sowie vor weiteren Überraschungen hinsichtlich des chinesischen Wachstums.

Vermutlich steigt während dieser Phase erhöhter Volatilität kurzfristig die Nachfrage nach Anlagen mit geringem Risiko. Bereits in den letzten Tagen war eine erhebliche Flucht in sicherere Werte zu verzeichnen. Der High-Yield-Markt generierte 2016 vor dem Brexit-Votum hohe Gesamtrenditen, die zu Gewinnmitnahmen und Abflüssen aus hochrentierlichen Retail-Investmentfonds führen könnten. 

Positionierung

Wir hatten im Laufe des Jahres 2016 im Vorfeld des Referendums unsere Übergewichtung in auf Pfund Sterling lautenden Anleihen immer weiter verringert, da die Umfragen keine klare Mehrheit für ein „Remain“ zeigten. Das Engagement in auf Pfund Sterling lautenden Anleihen besteht überwiegend in Schuldtiteln, von denen zu erwarten steht, dass sie weniger empfindlich auf einen Brexit reagieren werden. Zwar ist das Portfolio nach wie vor in auf Pfund Sterling lautenden Schuldtiteln übergewichtet, doch trägt dieses Engagement dazu bei, den Fonds bezüglich des unmittelbaren makroökonomischen Risikos in Europa zu diversifizieren. Außerdem werden wir bestrebt sein, eine weitere Diversifizierung vorzunehmen, indem wir opportunistisch das Engagement in auf US-Dollar lautenden Anleihen erhöhen.

Wir erwarten, dass Hochzinstitel niedrigerer Qualität besonders stark vom Brexit-Risiko beeinträchtigt werden. Daher wechselten wir bezüglich der Qualität der in den Portfolios gehaltenen Anleihen zu einem konservativeren Ansatz. Da die Wahrscheinlichkeit einer weiteren US-Zinsanhebung geringer wird, glauben wir, dass Schuldtitel mit BB-Rating am besten für eine Outperformance aufgestellt sind und dass Schuldtitel mit CCC-Rating eine Underperformance aufweisen werden. Deshalb haben wir die Allokation in Schuldtiteln mit BB-Rating erhöht und jene in Anleihen mit B- und CCC-Rating verringert.