Geopolitik: Chancen

Die Finanzmärkte mögen keine Unsicherheit. Die gestiegene politische Instabilität schafft jedoch Volatilität in einem Umfeld, in dem sich die Anleger ihren Weg durch eine unsichere Welt bahnen. Aber auch wenn Entscheidungen wie der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union große Herausforderungen darstellen, bieten Sie dennoch Anlagechancen. Zum Beispiel könnten Anleger Aktien von UK-Exportfirmen kaufen, da diese von dem geschwächten Pfund profitieren und britische Produkte weltweit günstiger werden lassen.

In Großbritannien könnte es außerdem zu einem Anstieg der Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte sowie einer anhaltenden Niedrigzinsphase kommen, wovon die Bau- und Konsumgüterindustrie im Land profitieren dürfte. Aber die Aussicht, dass die US-Zinsen nur langsam angehoben werden, dürfte den Finanzanlagen in den USA und den Schwellenländern Auftrieb geben und sie für Investoren attraktiv machen.

Geopolitik: Bedrohung

Die Auswirkungen von geopolitischen Schocks wie dem Brexit sind kurzfristig mit hohen wirtschaftlichen Kosten verbunden. Das gesunkene Vertrauen der Unternehmen und der Verbraucher schadet der Konjunktur und lässt sich nur schwer umkehren. Anleger können außerdem Verluste erleiden, wenn sie Finanzanlagen halten, die von unerwarteten Ereignissen negativ beeinflusst werden.

Der aufkeimende Nationalismus, der sich zum Beispiel im Brexit gezeigt hat, kann für Investoren auf lange Sicht gefährliche Auswirkungen haben. Eine nationalistisch geprägte Politik lehnt die Globalisierung und das Teilen kollektiver Risiken ab, wodurch ein äußerst ungünstiges Umfeld für den internationalen Handel und die Finanzwelt entstehen kann. Die Weltwirtschaft wird sicher darunter leiden, wenn Schranken für internationalen Handel und Anlagen errichtetet werden.

"Da es aufgrund der vermehrten politischen Instabilität weltweit immer schwieriger wird, einen echten sicheren Anlagehafen zu finden, sind Diversifizierung und die Fähigkeit, flexibel zu handeln, wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Anlagen geworden"

Wir sind der Meinung, dass das gestiegene geopolitische Risiko einen neuen Ansatz erfordert.

Die Risiken der europäischen Wahlen 2017 sind nun größtenteils abgeklungen. Die nationalistischen Parteien stellen keine Bedrohung für die aktuelle deutsche Regierung mehr dar. Doch die italienischen Wahlen, die 2018 stattfinden dürften, könnten eine destabilisierende Wirkung haben. Obwohl die politische Entwicklung in den USA noch nicht zu einer deutlichen Verschärfung des Protektionismus geführt hat, bleibt die Gefahr neuer Maßnahmen bestehen.

Sofern dieses Risiko eintrifft, werden die Zentralbanken wohl die volatilen Märkte mit zusätzlicher Liquidität besänftigen, dennoch sollten sich die Anleger vermehrt nach risikobegrenzenden Maßnahmen umschauen. Da es aufgrund der vermehrten politischen Instabilität weltweit immer schwieriger wird, einen echten "sicheren Anlagehafen" zu finden, sind Diversifizierung und die Fähigkeit, flexibel zu handeln, wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Anlagen geworden.

Auswirkungen für Anleger

Mit dem Anstieg des politischen Risikos in den Industriestaaten sind Anleger gezwungen, Sicherheit relativ zu betrachten. 

Anstatt sein Kapital in unsicheren Zeiten in einem vermeintlich sicheren Anlagehafen zu parken, ist es wichtiger, in ein breiteres Spektrum an Anlageprodukten zu investieren und die Verlustrisiken zu begrenzen. Wenn es durch politischen Populismus zu einer Abwendung von der Globalisierung kommen sollte, dürften exportorientierte Unternehmen weit schlechter abschneiden als ihre inländisch ausgerichteten Mitspieler. Eine Möglichkeit, dieser Sichtweise Rechnung zu tragen, wäre die Bevorzugung eines breit aufgestellten, auf inländische Unternehmen fokussierten Aktienindex wie dem US Russell-2000-Index, gegenüber dem eher global aufgestellten S&P 500, dessen Komponenten häufig mehr Gewinne außerhalb der USA erwirtschaften.

Wenn durch die Entwicklungen in Europa die Wahrscheinlichkeit einer politischen Integration sinkt, dürften Anleiherenditen von Ländern mit einem höheren Verschuldungsgrad, wie Italien, Portugal und Spanien gegenüber den deutschen Bundesanleihen steigen.

Die Schwellenländer leider in der Regel darunter, wenn sich die Anlegerstimmung verdüstert. Während der europäischen Staatsschuldenkrise in den Jahren 2010-2012 erzielten die Schwellenländeraktien deutlich schlechtere Ergebnisse als andere Märkte. Verglichen mit dieser Zeit erscheinen die Schwellenländeraktien heute deutlich attraktiver bewertet, und die Nachfrage nach dieser Assetklasse ist geringer. Diese Faktoren dürften diese Märkte in gewisser Hinsicht unterstützen. Wenn sich die globalen Handelsströme jedoch wesentlich verringern, dürften die Länder, die weniger auf den Handel angewiesen sind (wie Brasilien) besser abschneiden als solche, die vom Handel abhängen (wie Mexiko).

Eine Möglichkeit, die mit geopolitischen Ereignissen verbundenen Risiken zu kontrollieren, besteht in der Nutzung von Strategien, die bei starken Kursschwankungen gute Ergebnisse erzielen. Ob in Aktien, Devisen oder Anleihen ausgedrückt, diese so genannten Volatilitätsstrategien sind derzeit relativ günstig, da die Volatilität in der Vergangenheit sehr niedrig war.

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RA17/0982/31122017