Die Reflation zeichnet sich immer deutlicher ab

Seit knapp zehn Jahren leben wir im Schatten der weltweiten Finanzkrise. Die Wirtschaft schwächelt und der Lebensstandard stagniert bestenfalls. Seit dem Ausbruch der Krise befürchten die Ökonomen, die Weltwirtschaft könnte in die Deflation abrutschen, denn ein sinkendes Preisniveau kann um vieles gefährlicher sein als eine Inflation.

Bei fallenden Preisen schieben die Verbraucher Käufe hinaus, weil sie an nehmen, dass die Güter in wenigen Monaten noch billiger sind. Auf der Ebene eines Landes löst dieses Verhalten einen Einbruch der Nachfrage und damit einen Anstieg der Arbeitslosigkeit aus, der die gesamte Volkswirtschaft in eine Abwärtsspirale zieht.

Die Konjunkturmaßnahmen zur Förderung von Inflation und Wachstum scheinen allmählich zu greifen, denn mehrere Faktoren deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft sich wieder normalisiert und der Deflation erfolgreich Einhalt geboten wurde. Mehrere Jahre lang lag die weltweite Inflation bei Waren und Dienstleistungen nicht nur deutlich unter der Rate, die vor der Finanzkrise 2008/2009 verzeichnet wurde, sondern auch klar unter dem Ziel der Zentralbanken. Erst 2016 und 2017 wurde ein deutlicher Anstieg verzeichnet. Die Energie- und sonstigen Rohstoffpreise stabilisierten sich und begannen wieder zu steigen. Auch andere Waren und Dienstleistungen legten moderat zu. Ökonomen auf der ganzen Welt begrüßen die Teuerung, denn sie verspricht einen Aufschwung der Nachfrage.

Die Weltwirtschaft wird sich weiterhin erholen und die Inflation in die Höhe treiben.

Die nachhaltige Rückkehr der Inflation würde den Zentralbanken auch erlauben, die außergewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen allmählich zurückzuziehen. Dazu zählen auch die quantitativen Lockerungsprogramme, in deren Rahmen die Bank of England und andere Notenbanken Geld druckten, um Wertpapiere zu kaufen. Diese Geldspritzen halfen, Deflation und Rezession in Schach zu halten.

Die globale Wirtschaftspolitik sollte die Reflation unterstützen

Bis auf die US-Notenbank Fed trafen alle Zentralbanken 2016 weltweit zusätzliche Lockerungsmaßnahmen. Im Euroraum gründete die Verlängerung der quantitativen Lockerungsprogramme und der Kauf von Unternehmensanleihen auf der Befürchtung, dass die anhaltend niedrige Inflation die erwartete künftige Inflation auf ein unannehmbar niedriges Niveau drücken könnte. Nachdem die Briten beschlossen hatten, aus der EU auszutreten, schnürte auch die Bank of England eine Reihe von Paketen (u. a. Zinssenkung und erneut quantitative Lockerung). Japan verfolgte in dieser Zeit eine aggressive geldpolitische Lockerung. Obwohl die Kerninflation in den USA beinahe das Inflationsziel erreicht hat und die Binnenwirtschaft auf Hochtouren läuft, geht die Fed bei der Straffung der Geldpolitik vorsichtig vor. Deshalb wurden zwischen Dezember 2015 und März 2017 nur drei Zinserhöhungen beschlossen.

Neben der expansiven Geldpolitik dürfte die Wahl Donald Trumps als 45. Präsident zusätzlich eine mäßige Lockerung der Haushaltspolitik in den USA mit sich bringen. Sowohl Steuersenkungen als auch höhere Staatsausgaben (Infrastruktur) gehörten zu den hervorstechenden Wahlversprechen. Japan und Kanada kündigen bereits umfassende Konjunkturpakete an. China hat ebenfalls die öffentlichen Ausgaben erhöht. Der verbreitete Einsatz eines haushaltspolitischen Instrumentariums unterstützt den Reflationstrend auf weltweiter Ebene.

Auswirkungen für Anleger

Die Fortsetzung der Reflation sollte auch merkliche Auswirkungen auf die Weltmärkte haben. Die internationalen Aktienmärkte werden von den Entwicklungen getragen. Die Investoren dürften also immer stärker an die Nachhaltigkeit der Reflation glauben. Unseres Erachtens werden die internationale Aktien nach wie vor positive Ergebnisse verzeichnen. Die europäischen Märkte sollten besser performen, sobald sie sich erholt haben.

Die positive Wertentwicklung der Aktien ist auf die steigenden Renditen der US-Langläufer zurückzuführen. Diese Entwicklung beruht auf den Zinserhöhungen und der Erwartung, dass die Inflation an Fahrt gewinnt. Beide Faktoren schmälern die Attraktivität festverzinslicher Wertpapiere. Angesicht der gespannten Bewertungen sollten die Anleger trotz des jüngsten Ausverkaufs mit langfristigen Staatsanleihen eher vorsichtig umgehen. Wir rechnen damit, dass die Realzinsen aufgrund der Inflation von nun an steigen.

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RA17/0931/31122017