Wir nehmen unser Abstimmungsverhalten als wichtigen Teil des Investmentprozesses wahr und haben geregelte und wohlüberlegte Abstimmungsvorgaben seit 1994. Wir berücksichtigen seit 2001 die Offenlegung und die Performance bezüglich der Unternehmensverantwortung ausdrücklich bei unserem Abstimmungsverhalten – als einer der ersten Vermögensverwalter, der dies im globalen Maßstab tut.

Klimawandel - BP-Votum verdeutlicht die Macht von Engagement

Aviva Investors hat zusammen mit Hermes EOS und Legal & General im Mai 2019 einen Aktionärsbeschluss eingereicht, in dem das Management von BP aufgefordert wird, Klarheit darüber zu schaffen, wie die Strategie des Unternehmens mit den im Pariser Übereinkommen verankerten Zielen in Einklang steht. Durch diesen Beschluss wurde das Unternehmen dazu verpflichtet, 1 in seinen Unternehmensberichten anzugeben, wie es jede neue wesentliche Investition darauf überprüft, ob diese im Einklang mit den Pariser Zielen steht, 2 seine finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskennzahlen und -ziele zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass diese dem Pariser Klimaübereinkommen entsprechen und 3 jährlich über den Fortschritt zu berichten.

Die wichtigste strategische Herausforderung, mit der die Öl- und Gasindustrie heute konfrontiert ist, ist der Klimawandel.  Die Wissenschaft macht es unbestreitbar deutlich: Die meisten Treibhausgasemissionen werden durch menschliche Aktivitäten einschließlich der Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht. Die Anerkennung dieser Realität erfordert daher grundlegende Veränderungen unseres Energiesystems, wenn wir das Pariser Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf „deutlich unter 2 °C“ erreichen wollen. Unternehmen wie BP stehen im Zentrum dieser Herausforderung, könnten aber möglicherweise die richtigen Lösungen anbieten, um den Übergang zu einer CO2-armen Zukunft voranzutreiben. Die Öl- und Gasindustrie kann das Ziel des Pariser Klimaübereinkommens zum Erfolg führen oder zum Scheitern bringen. Anleger müssen daher verstehen, inwieweit Ölgesellschaften Kapital für grüne oder braune Wachstumsprojekte, deren Wirtschaftlichkeit bei verschiedenen CO2-armen Szenarien gefährdet ist, falsch zuweisen. Um dieses Risiko zu mindern, brauchen die Aktionäre die Gewissheit, dass die Unternehmen eine langfristige Übergangsstrategie zur Diversifizierung ihrer Geschäftsbereiche verfolgen.

Da BP früher nur begrenzt Angaben zum Klimarisiko gemacht hat, war es für Anleger schwierig, die Ausrichtung der Kohlenwasserstoffanlagen des Unternehmens am Pariser Übereinkommen zu befürworten oder abzulehnen. Obwohl BP deutlich in seine Geschäftssparte für erneuerbare Energien investiert, plant das Unternehmen auch eine Ausweitung der Öl- und Gasproduktion. Die Resolution, die Aviva Investors gemeinsam mit Hermes und L&G mitsponserte, verlangt vom Unternehmen jedes Mal eine Beurteilung, ob neue Projekte im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen mit dem Pariser Übereinkommen vereinbar sind. Dieses zielt darauf ab, die globale Erderwärmung in diesem Jahrhundert auf deutlich unter 2 °C gegenüber den vorindustriellen Werten zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, den Anstieg sogar auf nur 1,5 °C zu beschränken. Die Resolution wurde von der Sorge getrieben, dass das Unternehmen nicht ausreichend Informationen zur Verfügung stellt, damit Anleger bewerten können, ob die Unternehmensstrategie – insbesondere die geplanten Investitionen in die Vorkommen fossiler Brennstoffe – zur Erreichung der Pariser Ziele beiträgt. Dies wiederum machte es schwierig, den langfristigen Investitionsfall abzuwägen.

Im Verlauf vieler Monate bis zur JHV führte Aviva Investors Gespräche mit dem obersten Managementteam von BP über die präzisen Anforderungen des Beschlusses mit dem Ziel, sich die Unterstützung der Unternehmensleitung zu sichern.

Der von Aviva Investors und Mitgliedern der Investorengruppe Climate Action 100+ vorgeschlagene und vom BP-Vorstand unterstützte Klimabeschluss wurde bei der Jahreshauptversammlung von BP mit 99,14 % der Stimmen angenommen. Dies stellte ein beispielloses Ausmaß an Unterstützung durch die Aktionäre für einen klimabezogenen Beschluss dar und signalisierte eine deutliche Forderung nach mehr Transparenz dazu, wie BP beabsichtigt, sein Geschäft an die Pariser Klimaziele anzupassen. Die Herausforderung für BP besteht nun darin, zu zeigen, inwieweit seine Investitionsausgaben mit dem übereinstimmen, was das Pariser Übereinkommen vorschreibt, und wie das Unternehmen die Stärke seiner Ziele und Leistungsindikatoren einschätzt, um dies zu erreichen. Aviva Investors hat sich seither zusammen mit CA 100+-Investoren weiter bei dem Unternehmen dafür eingesetzt, die in dem Beschluss festgelegten Forderungen umzusetzen und wird dies auch weiterhin tun.

Hinweis: Die angegebenen Firmennamen dienen nur zur Information. Dies ist weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren.

Unilever – Ziele zur Halbierung der Nutzung von neuem Plastik unterstreichen die Macht der Aktionärsstimmen.

Als wir den CEO Alan Jope im Juli trafen, teilten wir ihm unsere Ansicht mit, dass die bestehenden Ziele des Unternehmens bezüglich der Plastiknutzung angesichts der sich rasch verändernden öffentlichen Haltung zu diesem Thema veraltet und wenig ambitioniert sind. Wir haben uns auch in diesem Jahr gemeinsam mit anderen Investoren im Rahmen der Plastic Solutions Investor Alliance, die von der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation „As You Sow“ koordiniert wird und auf Unilever, Pepsico, P&G und Nestlé abzielt, direkt mit dem Unternehmen auseinandergesetzt. Obwohl der Schritt von Unilever eindeutig das Ergebnis der Zunahme des Drucks durch die öffentliche Meinung seit David Attenboroughs Blue-Planet-Programm sowie neuer Gesetze zu diesem Thema ist, sind wir stolz darauf, dass unsere Stimme als ein Hauptaktionär, der mit anderen Investoren zusammenarbeitet, dazu beitragen kann, den Wandel voranzutreiben.

Unilever-CEO Alan Jope sagte, es gebe „kein Paradoxon“ zwischen nachhaltigem Wirtschaften und besserer finanzieller Leistungsfähigkeit. „Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit zu einem besseren Umsatz- und Gewinnwachstum führt.“ 

Unilever, das Unternehmen hinter Marken wie PG Tips, Domestos und Hellmans, gab Pläne bekannt, die Menge an verwendetem neuem Plastik zu halbieren. Diese Selbstverpflichtung machte Unilever zum ersten großen internationalen Konsumgüterunternehmen, das sich zu einer absoluten Reduzierung von Plastik über seine gesamte Produktpalette hinweg verpflichtete. Es plant, die Verwendung von neuem Plastik in den nächsten fünf Jahren zu reduzieren, indem mehr recyceltes Plastik zum Einsatz kommt und andere alternative Materialien gefunden werden – beispielsweise Zahnpasta in Form von Kautabletten. Außerdem hat sich das Unternehmen verpflichtet, die Menge an Plastikverpackungen, die es jährlich produziert, über alle Marken hinweg – von der Dove-Seife bis hin zum Lipton Tea – bis 2025 um etwa 14 Prozent zu reduzieren. Unilevers neue Versprechen ergänzen zwei frühere – 25 % recyceltes Plastik für seine Verpackungen zu verwenden und alle Plastikverpackungen bis 2025 wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar zu machen.

Wichtige Bestandteile der Plastikstrategie sind folgende:

  • Mehrwegverpackungen (wiederverwendbar und/oder nachfüllbar)
  • Plastikfreie Lösungen (alternative Verpackungsmaterialien oder unverpackte Produkte) 
  • Reduzierung der Plastikmenge in bestehenden Verpackungen (Konzentration) oder Ersetzen von Verpackungen aus nicht recyceltem durch Verpackungen aus recyceltem Plastik
  • Produktinnovation ist ein zentraler Bestandteil zur Lösung des Problems. Im Rahmen eines Pilotprojekts, das Anfang des Jahres gestartet wurde, wird Unilever bald mit dem Verkauf von Zahnpasta in Form von Kautabletten beginnen, was schwer recycelbare Zahnpastatuben überflüssig macht. 

Dieser Schritt folgt ähnlichen Ankündigungen verschiedener anderer Unternehmen, insbesondere Procter & Gamble sowie Nestlé. Procter & Gamble - Hersteller von Fairy und Lenor - erklärte im April, dass es beabsichtige, die verwendete Menge an Plastik bis 2030 zu halbieren. Nestlé kündigte an, die Verwendung aller nicht recycelbaren Kunststoffe in seinen Verpackungen bis 2025 auslaufen zu lassen.

Hinweis: Die angegebenen Firmennamen dienen nur zur Information. Dies ist weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren.

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