Abstimmen aus Überzeugung

Wir nehmen unser Abstimmungsverhalten als wichtigen Teil des Investmentprozesses wahr und haben geregelte und wohlüberlegte Abstimmungsvorgaben seit 1994. Wir berücksichtigen seit 2001 die Offenlegung und die Performance bezüglich der Unternehmensverantwortung ausdrücklich bei unserem Abstimmungsverhalten – als einer der ersten Vermögensverwalter, der dies im globalen Maßstab tut.

Hands voting in the air

Unsere Corporate Governance and Corporate Responsibility Voting Policy wird Jahr für Jahr überprüft und von den Vorständen von Aviva Investors und der Aviva Group gebilligt.

Im Jahr 2017 stimmten wir bei 4.151 Aktionärsversammlungen ab. Das waren 92% der Fälle, in denen wir das Recht dazu hatten (95%, wenn man die in Frankreich domizilierten Fonds ausschließt). Versammlungen ohne Stimmabgabe waren hauptsächlich den zusätzlichen mit der Stimmabgabe verbundenen Kosten geschuldet, die nicht durch einen Nutzen für unsere Kunden gerechtfertigt gewesen wären.

Wir stimmen gegen Punkte, bei denen wir denken, dass die spezifischen Vorschläge nicht im besten Interesse unserer Kunden liegen. Wir können dabei Vorbehalte gegen einzelne Vorstände haben, gegen die Strategie, gegen die Weise, wie Aufsichtspflichten wahrgenommen werden oder das Reporting. Wir können damit aber auch Enttäuschung über die Ergebnisse vorangegangener Engagements ausdrücken. Im Jahr 2017 stimmten wir gegen 12.501 Vorschläge des Managements (25,8%) und unterstützten 646 Aktionärsinitiativen (55%). Immerhin 114 dieser Initiativen waren dabei eigentlich vom Management befürwortete Punkte, die von großen Anteilseignern vorgeschlagen wurden (in China kommt das häufig vor).

Zwei Beispiele, wie wir unsere Stimme dafür eingesetzt haben, die Diversität im Vorstand zu verbessern und den Klimaschutz zu unterstützen.

Diversität des Vorstandes – wir nehmen Unternehmen in die Verantwortung

Wir sind stolz, Mitglied des „Investor Group for the 30% Clubs" zu sein. Dieser wurde in Großbritannien mit dem Ziel gegründet, bis 2020 mindestens 30% der Vorstände und des leitenden Managements der FTSE-100-Unternehmen mit Frauen zu besetzen. Die breite Unterstützung für diese Initiative hat inzwischen dazu geführt, dass sich der „30% Club“ auch dem Universum des FTSE350 widmet.

Aviva Investors war einer der ersten Vermögensverwalter, der in Großbritannien die Diversität des Vorstandes in seinen Ansatz zum Abstimmungsverhalten integriert hat. Unsere Abstimmungspolitik konzentrierte sich vor allem auf den Vorsitzenden des Nominierungsausschusses. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, gegen eine Wiederwahl zu stimmen und auch Abschlussberichte abzulehnen, wenn wir Fortschritte hinsichtlich der Diversität als unzureichend erachten.

Im Jahr 2017 stimmten wir gegen die Rechenschaftsberichte von 42 FTSE-350-Unternehmen und lehnten sieben Vorstandsvorsitzende ab, weil im Vorstand zu wenige weibliche Vertreter repräsentiert waren. Obwohl diese Zahl immer noch höher ist, als wir uns erhofft hatten, waren wir erfreut darüber, dass 32 Unternehmen ihre Richtlinien für Zusammensetzung und Vielfalt der Vorstände ausreichend geändert hatten, damit wir ihre Vorschläge unterstützen konnten, nachdem wir zuvor dagegen gestimmt hatten.

Im Jahr 2018 soll unsere Diversity-Voting-Regelung über Großbritannien hinaus auch auf die größten US-amerikanischen und europäischen Unternehmen ausgedehnt werden.

Exxon — ein Ölgigant in der Klima-Kehrtwende

Die von den Aktionären vorgelegten Resolutionen zu Themen wie Umwelt, Gesellschaft und Governance werden von der Geschäftsleitung in der Regel abgelehnt. Aviva Investors blickt auf eine lange Geschichte zurück, wenn es darum geht, sich mit dem Management auf den Geist und den Wortlaut von Aktionärsvorschlägen und unterstützenden Beschlüssen einzulassen, sofern wir davon ausgehen, dass sie verantwortungsbewusstes Unternehmensverhalten fördern.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Unternehmen Exxon Mobil. Aviva Investors wirkt seit Jahren auf Exxon und seine Klimastrategie ein. Traditionell gehörte Exxon zu den  Ölkonzernen, denen es am meisten widerstrebte, öffentlich eine wirksame Klimaschutzpolitik zu unterstützen und dem Markt eine investitionsrelevante Berichterstattung zur Verfügung zu stellen. Wir haben an einer Reihe von gemeinsamen Initiativen teilgenommen, um Druck auf das Management auszuüben, einen fortschrittlicheren Ansatz zu verfolgen – einschließlich des Dialogs, den Beauftrage der Church of England mit Exxon führten.

Das kollektive Engagement hat einige positive Ergebnisse hervorgebracht, darunter auch, dass Exxon schließlich eine Erklärung zur Unterstützung des Pariser Klimaabkommens veröffentlichte. Der bedeutendste Meilenstein war jedoch die Hauptversammlung 2017, bei der die Beauftragten der Kirche einen Aktionärsantrag einreichten, in dem Exxon verpflichtet wurde, eine jährliche Bewertung der langfristigen Auswirkungen der globalen Klimaabkommen auf das Portfolio zu veröffentlichen. Aviva Investors unterstützte den Vorschlag zusammen mit erstaunlichen 62% der anderen Aktionäre.

Im Februar 2018 veröffentlichte Exxon einen ersten Bericht als Reaktion auf den Vorschlag der Aktionäre. Exxon hat auch einen neuen, zusammenfassenden Energie- und Kohlenstoffbericht neben seinem aktuellen Energieausblick herausgegeben. Die Berichte des Unternehmens umfassen nun 2-Grad-Folgenabschätzungen und auch eine Portfolio-Sensitivitätsanalyse gegenüber verschiedenen Angebots- und Nachfrageszenarien wie etwa der Verbreitung von Elektroautos. Wir begrüßen die positiven Schritte, die das Unternehmen bisher unternommen hat, und sind optimistisch, dass es den Druck auf die verbleibenden Nachzügler in der Industrie verstärken wird, ihrerseits den eigenen Klimaansatz und die Berichterstattung zu verbessern.

Verantwortungsvolles Investieren

Verantwortungsvolles Investieren ist nicht nur ethisch richtig, sondern macht auch finanziell Sinn.

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Unser Ansatz

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