Unsere Plattform für alternative Ertragslösungen, Alternative Income Solutions (AIS), investiert in den Bereichen Immobilienfinanzierung, Infrastruktur, Privatkredit und strukturierte Finanztitel. Vermögenswerte in diesen Bereich weisen üblicherweise folgende Merkmale auf: 

  • solide Kreditvereinbarungsklauseln und Schutzmechanismen sowie Besicherungen, die für höhere Verwertungsraten bei Zahlungsausfällen sorgen 
  • genaue Untersuchung jeder Anlage durch einen Anlageausschuss, unter Berücksichtigung von Problemen wie den möglichen Auswirkungen des Brexit; dabei werden die Auswirkungen auf Lieferanten, Kunden und das Geschäft in seiner Gesamtheit sowie die Auswirkungen auf die Bewertungen von Wertpapieren diskutiert 
  • Anlagen erfolgen typischerweise in privaten, illiquiden Vermögenswerten, deren Wert tendenziell weniger volatil zu sein pflegt. 

Ein Multi-Asset-Ansatz, der eine vielfältige Palette alternativer Vermögenswerte umfasst, bleibt sinnvoll. Unsere große Bandbreite an Fähigkeiten und Erfahrung ermöglicht es uns, Gelegenheiten unter Einbeziehung einer breiten Betrachtung des Marktes genau zu untersuchen. 

Wir sind überzeugt, dass die AIS-Plattform gut aufgestellt ist, um Nutzen aus Gelegenheiten zu ziehen, die sich aus den Entwicklungen im Rahmen des Brexit ergeben, weil:

  • die Pipeline an neuen Geschäften vermutlich geringer wird. Dies begünstigt einen Multi-Asset-Ansatz im Hinblick auf die Umsetzungsgeschwindigkeit und das Auffinden von Geschäften mit maximaler Wertschöpfung.
  • sie dazu beiträgt, das Engagement in Finanztiteln und in den öffentlichen Kreditmärkten zu verringern. 
  • sie defensiv und langfristig positioniert ist. 
  • sich mehr Gelegenheiten ergeben, weil einige Teilnehmer aus den Märkten ausscheiden.

Infrastruktur 

Marktausblick: Die möglichen Folgen des Brexit sind: 

1. Anlagepolitik der Regierungen:

a) Größere politische Forderungen nach Investitionen in soziale Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime. 

b) Höhere Ausgaben in wirtschaftliche Infrastruktur wie Straßen, das Schienennetz und Flughäfen zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums. Zugleich besteht das Risiko, dass bestehende/geplante Projekte, wie der Bau einer dritten Start-/Landebahn am Flughafen Heathrow, verschoben werden.

2. Ungewissheit hinsichtlich der Aussichten für von der Europäischen Union finanzierte Projekte. Wie groß die Auswirkungen sind, ist abzuwarten, da diese davon abhängig sind, ob das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Infrastrukturbank ausscheidet.

3. Internationale Anleger: Zwar werden ausländische Anleger vermutlich von der Nervosität und Ungewissheit sowie vom unvermeidlichen Anstieg der Kosten für die Währungsabsicherung abgeschreckt, doch dürfte dies durch ein schwächeres Pfund ausgeglichen werden.

4. Energiepreise: Ein stärkerer US-Dollar macht die einheimische Energieproduktion – und nicht nur Projekte im Bereich der erneuerbaren Energie – attraktiver. 

5. Die Zinsen im Vereinigten Königreich und in Europa werden über einen längeren Zeitraum hinweg niedriger bleiben, wodurch die Finanzierungskosten sinken. Die Finanzierung zu festen Zinssätzen ist vermutlich besonders attraktiv. 

6. Kreditspreads: Es ist unwahrscheinlich, dass sich diese weiten, da sie durch eine lockerere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und möglicherweise auch der Bank of England gestützt werden. Außerdem werden diese Vermögenswerte auch weiterhin durch Pensionsfonds genutzt, da diese laufend ihre Verbindlichkeiten erfüllen müssen.

Kurzfristiger Ausblick (weniger als sechs Monate)

  • Einige Anleger werden wohl ruhig abwarten, bis sich die Ungewissheit legt.
  • Die Anlageausschüsse werden ihre Strategie überdenken, was den Genehmigungsprozess verzögert. 
  • Neue Regierungsprojekte werden wahrscheinlich verzögert oder auf Eis gelegt. 
  • Auf dem Sekundärmarkt wird vermutlich nicht viel los sein, da sich die Anleger zurückhalten oder bessere Preise verlangen.
  • Auch wenn eine höhere Ungewissheit in der Eurozone besteht, werden die Regierungen die Projekte zur Stützung ihrer Volkswirtschaften weiterführen.
  • Außereuropäische Anleger stellen möglicherweise Investitionen in der Eurozone zurück und beobachten erst einmal die Auswirkungen des Brexit. 

Mittelfristiger Ausblick (über 18 Monate)

  • Die Verbilligung der Währung wird international Anleger in den britischen Markt ziehen, insbesondere jene, die derzeit im US-Dollar und möglicherweise im Japanischen Yen investiert sind. 
  • Auch niedriger langfristige Zinssätze und stabile Kreditratings werden den Sektor stützen. 
  • Wir erwarten, dass im Vereinigten Königreich neue Projekte angestoßen werden, um die Wirtschaft zu stützen. 

Schlussfolgerung: Die Infrastruktur bleibt eine hochgradig attraktive Anlageklasse. In der Folge erwarten wir Folgendes:

  • Die Kreditsensitivität sollte gering sein, da ein großer Anteil der Darlehen zu festen Zinsen und mit begrenztem Refinanzierungsrisiko erfolgt. 
  • Politische Unterstützung für neue Infrastrukturprojekte zur Stützung der Wirtschaft.
  • Der Illiquiditätsaufschlag wird besonders attraktiv sein, da die Zinssätze länger niedriger bleiben werden.
  • Die Verlusterwartungen bleiben niedrig und sind unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld. 
  • Die geringere Anzahl internationaler Anleger wird möglicherweise eine Weile für höhere Renditen sorgen.

Die vorstehenden Aussichten beinhalten folgende Risiken: 

  • Die politischen Risiken könnten den Fluss neuer Geschäfte beschränken, da Projekte storniert oder verschoben werden. Grenzüberschreitende Geschäfte sind am stärksten gefährdet.
  • Anhaltende Rezession, die für Nervosität bei den Anlegern sorgt. 
  • Die Anzahl der Zahlungsausfälle könnte steigen, falls das schwächere Wirtschaftswachstum die Fähigkeit der Darlehensnehmer zur Rückzahlung an die Anleger behindert. 
  • Regierungen fahren ihre Infrastrukturinvestitionen zurück.

Immobilienfinanzierung 

Das Umfeld für Darlehen ist viel besser als im Vorfeld der weltweiten Finanzkrise. Die Banken sind deutlich besser kapitalisiert und finanzkräftiger, die Kreditvergabestandards sind umsichtiger und der Verschuldungsgrad im Sektor ist viel geringer. Sie werden eine Weile brauchen, bis sie genau wissen, wie die Auswirkungen aussehen werden. Doch sind bereits ein paar frühe Trends zu erkennen:

  • Es gibt bereits einige Anzeichen dafür, dass erhöhte Finanzierungskosten für Banken vermutlich Auswirkungen auf die Fähigkeit und Bereitschaft von Banken zur Vergabe von Krediten sowie auf die Kosten von Darlehen haben werden.
  • Die Ungewissheit in Bezug auf Bewertungen wird das Vertrauen in Bezug auf die Vergabe von Darlehen verringern – die Bewerter haben bereits eine „Brexit-Warnung“ herausgegeben. Dies lässt Fragen bezüglich der aktuellen Bewertungen aufkommen. 
  • Die maximalen Darlehensgrößen werden deutlich verringert – sie werden vermutlich nicht über 100 Millionen Pfund Sterling betragen.
  • Jedoch ist der Verfall der Gilt-Renditen/Swapsätze unter dem Gesichtspunkt der Ertragsquote hilfreich für Finanzierungsgeschäfte. 

Strukturierte Finanzprodukte 

Der Brexit kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf strukturierte Finanztitel haben. 

Positiv

  • Die Finanzierungskosten der Banken werden steigen. Die Änderung bezüglich der Credit Default Swap-Kurve sollte Banken zur Entschuldung animieren. Da Aviva eine stabilere Finanzierungsquelle (Versicherungsverbindlichkeiten) besitzt, sind wir weniger sensitiv Marktbewegungen gegenüber und dies schafft für uns Gelegenheiten, Banken diese Positionen zu einem attraktiven Preis abzunehmen. 

Negativ

  • Die aktuellen Preise sind nicht besonders attraktiv. Unser Team investiert in illiquide Vermögenswerte und wir sind nur an Geschäften interessiert, die einen Illiquiditätsaufschlag bieten. Wenn die liquiden Märkte einen Schock erleben, wie es derzeit der Fall ist (die Kreditspreads haben sich seit letzter Woche um 20 % bis 30 % geweitet), hat dies in aller Regel eine zeitverzögerte Auswirkung auf den illiquiden Markt. Dies führte zu einer Verringerung des verfügbaren Illiquiditätsaufschlags.

Dies ist jedoch vermutlich nur ein vorübergehendes Phänomen und wir glauben, dass der Illiquiditätsaufschlag letztendlich steigen und die Belastung im Markt widerspiegeln wird, wodurch es mehr Relative-Value-Gelegenheiten geben wird.

Privatkredite

  • Die Preise hätten steigen sollen, da der Verfall der Renditen nicht vollständig durch einen Anstieg der Spreads ausgeglichen wurde. Erst wenn wir die wirtschaftlichen Folgen des Brexit-Votums und des Verhandlungsprozesses kennen, werden wir in der Lage sein, die Auswirkungen auf die Fundamentaldaten zu untersuchen. 
  • Die Menge an auf Pfund Sterling lautenden Schuldtiteln, die im Rahmen von in Pfund Sterling begebenen Privatplatzierungen begeben werden, wird vermutlich insgesamt geringfügig abnehmen, wobei viel vom jeweiligen Zeithorizont abhängig ist.
  • Kurzfristig sollten in Pfund Sterling begebene Neuemissionen gegenüber der ersten Hälfte des Jahres 2016 unverändert bleiben, wobei überwiegend britische Unternehmen oder opportunistische öffentliche Emittenten die Märkte für Privatplatzierungen nutzen werden. 
  • Längerfristig könnten geringere Liquidität und die Preisfindung auf öffentlichen Märkten die Bereitschaft der Darlehensgeber zur Kreditvergabe verringern, während die Kosten für die Währungsabsicherung möglicherweise steigen.

Immobilienfonds mit langfristigen Erträgen

Marktausblick: Im restlichen Jahresverlauf dürften die britischen Kapitalwerte etwas nachgeben, bedingt durch direkte und indirekte Folgen:

Direkte Folgen

  • Verlängerte Illiquidität auf dem Markt 
  • Erhöhte Risikoaversion, die zu einer gewissen Weitung der Renditen führt, was sekundäre Vermögenswerte stärker treffen könnte 
  • Der britische Wohnungsmarkt ist weniger als der Investmentmarkt betroffen 
  • Bei Geschäftsräumen im Zentrum von London wird die Nachfrage durch Nutzer und Investoren vermutlich zurückgehen 
  • Vorsicht in Schottland wegen der Forderung eines erneuten Referendums 

Indirekte Folgen

  • Die Verbilligung des Pfund Sterling sollte die Nachfrage durch ausländische Investoren stützen; dies wird jedoch durch eine Verringerung des Status als „sicherer Hafen“ ausgeglichen 
  • Eine anhaltende Schwäche des Pfund Sterling hätte negative Auswirkungen auf britische Einzelhändler (insbesondere solche mit geringeren Margen), könnte sich aber positiv auf die Ausgaben von Touristen auswirken (z. B. Aufschlag für das Zentrum von London) 
  • Eine lockerere Geldpolitik dürfte die Preise stützen 

Die Strategien, die in den Bereich der Immobilien mit langfristigen Erträgen fallen, sind defensiv und diversifiziert. Die durchschnittliche Länge der Mietverträge beträgt tendenziell mindestens 20 Jahre und diese sind in der Regel inflationsindexiert oder weisen feste Anhebungen auf. Die Mieter haben im Allgemeinen gute Kreditratings. Außerdem ist die Verschuldung in diesem Sektor gering. Diese Strategien dürften nicht durch das Brexit-Votum beeinträchtigt werden.

WICHTIGE INFORMATIONEN

Soweit nicht anders angegeben, ist die Quelle aller Informationen Aviva Investors Global Services Limited („Aviva Investors“), Stand 29. Juni 2016. Soweit nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Einschätzungen und zukünftigen Renditen von Aviva Investors. Sie sollten nicht als Renditegarantie für eine von Aviva Investors verwaltete Anlage oder als Beratung irgendeiner Art verstanden werden. Der Wert einer Anlage und die damit erzielten Erträge können sowohl steigen als auch fallen, und der Anleger erhält den ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht zurück. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Anhaltspunkt für die zukünftige Wertentwicklung.

Herausgegeben und genehmigt von Aviva Investors Global Services Limited, registriert in England unter der Nummer 1151805. Eingetragener Sitz: St. Helen’s, 1 Undershaft, London EC3P 3DQ. Zugelassen und reguliert von der Financial Conduct Authority und Mitglied der Investment Association. Kontakt: Aviva Investors Global Services Limited, St. Helen’s, 1 Undershaft, London EC3P 3DQ. Anrufe bei Aviva Investors können für Schulungszwecke oder zur Kontrolle aufgezeichnet werden.

RA16/0478/31122016