Die Zahl der Streitfälle steigt, es wird schärfer reguliert, und 3M will die Herstellung von PFAS einstellen. Werden andere folgen, und können wir PFAS und andere ewige Chemikalien aus unserem Trinkwasser entfernen?

Dieser Artikel beschäftigt sich mit folgenden Themen:

  • Warum der breite Einsatz von PFAS Gesundheit und Kapitalanlagen gefährdet
  • Was der zunehmende Druck seitens der Aufsichtsbehörden und der Aktionäre für Chemieunternehmen bedeutet
  • Anlagerisiken und -chancen, die sich aus dieser Problematik ergeben

Eine im Januar 2023 veröffentlichte Studie hat ergeben, dass die Konzentration von sogenannten PFAS (polyfluorierte Alkylverbindungen) in Süßwasserfischen in den Flüssen und Seen der USA gefährlich hoch ist. Seit Jahrzehnten kommen PFAS in zahlreichen Produkten zum Einsatz, darunter beschichtete Pfannen, Make-up, Löschschaum, Mobiltelefone, Lebensmittelverpackungen und Textilien. Weil sie in der Natur nur schwer zerfallen, haben sich diese Stoffe in Fließgewässern, selbst im Trinkwasser, in Fischen und auch in den Tieren angereichert, die dieses Wasser trinken. Sogar in menschlichem Blut konnten PFAS nachgewiesen werden.1

Zwar stammt die Studie aus den USA, aber es handelt sich hierbei um ein weltweites Phänomen. „Ewige Chemikalien“ werden mit gesundheitlichen Problemen von Tieren und Menschen in Verbindung gebracht, darunter Cholesterin, Krebs, Fortpflanzungsanomalien, Lungenerkrankungen und Diabetes.2

Mit dem steigenden Bewusstsein wächst auch die Zahl der Gesetzesvorhaben, die den Einsatz von PFAS beschränken sollen.3,4 Auch bei den Gerichten häufen sich die Verfahren, insbesondere in den USA.5 In Zusammenarbeit mit der NGO ChemSec untersuchen wir dieses Thema bereits seit geraumer Zeit, um Chemiekonzerne zur Rechenschaft zu ziehen.6 Gemeinsam mit dem norwegischen Unternehmen Storebrand haben wir eine Anlegerinitiative zum Thema gefährliche Chemikalien ins Leben gerufen, um Unternehmen zu einem besseren Umgang mit den Risiken anzuhalten, die sich aus der Herstellung gefährlicher Chemikalien ergeben, und sie dazu zu ermutigen, PFAS schrittweise aus dem Programm zu nehmen. Die Initiative ist in den letzten zwei Jahren auf 50 Investoren mit einem Vermögen von mehr als 10 Bio. USD angewachsen.7

Erklärtermaßen aufgrund des Drucks seitens der Investoren und wegen der rechtlichen und Reputationsrisiken sowie der bevorstehenden Regulierung hat der Chemiekonzern 3M jüngst angekündigt, man werde die Verwendung von PFAS in den Produkten bis Ende 2025 vollständig einstellen.8 Derweil hat die amerikanische Umweltschutzbehörde (U.S. Environmental Protection Agency (EPA)) erstmals Empfehlungen zur Beschränkung der PFAS-Konzentration im Trinkwasser ausgesprochen. Städtische Versorger müssen die chemischen Verbindungen jetzt aus dem Trinkwasser entfernen, was das Prozessrisiko für PFAS-Hersteller zusätzlich erhöht.9 Befinden wir uns an einem Wendepunkt für die Industrie?

In diesem Beitrag werden die Treiber und Hemmnisse des Wandels sowie die Implikationen für Anleger untersucht.

Es wird schwer sein, PFAS zu beseitigen

Einmal vorhanden sind PFAS nur schwer zu beseitigen Sind sie einmal in Fließgewässer oder in das Erdreich unter einer Abfalldeponie eingedrungen, setzt kein natürlicher Zerfall ein, sodass sie sich in der Natur und auch in den Tieren, die sie aufnehmen – selbst im Menschen –, immer weiter anreichern. Und mit der aktuellen Technologie ist es schwer und zudem kostspielig, PFAS aus der Umwelt zu filtern und zu vernichten.10 Es ist auch schwierig, die vorhandenen Bestände zu zerstören. Die Feuerwehr in den USA beispielsweise hat aufgrund einer neuen Vorschrift aus dem Pentagon Löschmittel gefunden, die den PFAS-basierten Löschschaum ersetzen.11

 Die Vielzahl von Verbindungen macht es beinahe unmöglich nachzuvollziehen, was an welcher Stelle verwendet wird

Auch aus den Lieferketten werden PFAS nur sehr schwer zu entfernen sein. Zunächst einmal umfasst die Stoffgruppe der PFAS den jüngsten Erkenntnissen der OECD zufolge mehr als 4.700 verschiedene chemische Verbindungen. Laut US-Umweltschutzbehörde sind es sogar mehr als 12.000.12,13 Auch wenn frühere Formen von PFAS-Produkten bereits verboten wurden, haben Chemiekonzerne begonnen, andere Produkte herzustellen, die allmählich eine ähnlich negative Wirkung zeigen wie ihre Vorgänger. Die Vielzahl an Molekülen macht es beinahe unmöglich nachzuvollziehen, was an welcher Stelle verwendet wird.14

PFAS sind in einer riesigen Palette von Produkten enthalten, und wirksame und sichere Alternativen zu identifizieren und sie zu ersetzen erfordert F&E. Zudem kann die Verarbeitung dieser Ersatzstoffe in Produkten teurer sein. Dennoch verpflichten sich immer mehr Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie dazu, die Verwendung von PFAS einzustellen, darunter H&M, Kingfisher und Levi Strauss.15

Allerdings gelten in den verschiedenen Ländern und Regionen unterschiedliche Regeln. In einigen ist es vorgeschrieben, die Produktion gefährlicher Chemikalien offenzulegen – und in anderen nicht. Zudem können die Listen der betroffenen Verbindungen je nach Rechtsordnung variieren.

In der EU sei es Vorschrift, die Bezeichnungen hergestellter gefährlicher Chemikalien einmal pro Jahr zu veröffentlichen, so Eugenie Mathieu, Earth Pillar Lead bei Aviva Investors, und in den USA müsse dies alle vier Jahre geschehen. In den meisten anderen Ländern gebe es jedoch keine Offenlegungspflicht. Anleger wissen also nicht, welche Unternehmen welche Chemikalien in welchen Ländern herstellen, und manche Chemiekonzerne sind vielleicht versucht, die Produktion in Länder mit weniger strengen Vorschriften zu verlagern.

Zunehmender Druck von allen Seiten

Auch wenn das Bewusstsein in Europa steigt, sind PFAS dank des Films Dark Waters und der öffentlichkeitswirksamen Klageverfahren zunächst als überwiegend amerikanisches Problem ins Rampenlicht gerückt. Historisch gesehen entfällt tatsächlich auch ein Großteil der Produktion auf die USA.

Viele der bekannten Produkte, die PFAS enthalten, werden von US-Unternehmen hergestellt

„Da so viele der bekannten Produkte, die PFAS enthalten, von US-Unternehmen hergestellt werden, betrachte ich dies im Wesentlichen als amerikanisches Problem“, erklärt Max Burns, Portfoliomanager und Leiter des Aktienresearch bei Aviva Investors. „Die meisten dieser Stoffe wurden irgendwann in den letzten 50 Jahren in der ein oder anderen Form dort hergestellt. Diese Verantwortung bleibt für die Ewigkeit.“

Die Regierung Biden hat im Bereich PFAS einiges unternommen und die Stärke, Glaubwürdigkeit und Macht der unter der vorherigen Regierung geschwächten EPA wiederhergestellt.16 Die EPA hat ihre Empfehlungen für die als gesundheitlich vertretbar eingestufte Konzentration von PFAS im Trinkwasser drastisch verschärft. Anstelle von 70 gilt jetzt ein Grenzwert von 0,004 Nanogramm pro Liter. Die Behörde legte zuletzt einen Vorschlag vor, dem zufolge für sechs PFAS-Verbindungen Grenzwerte eingeführt werden sollen. Es ist das erste Mal seit 26 Jahren, dass die EPA nationale Trinkwasser-Grenzwerte für einen Schadstoff festgelegt hat.17 Die neue Vorschrift – die nach einem Zeitraum von 60 Tagen für die öffentliche Konsultation seine endgültige Form erhält – sieht vor, das Trinkwasser auf städtischer Ebene auf zwei der "ewigen Chemikalien", PFOA und PFOS, zu testen und es zu reinigen, wenn die Konzentration die Grenze von 0,004 Nanogramm überschreitet.18 Für die städtischen Versorger hat dies erhebliche finanzielle Auswirkungen.

Explosion von Streitfällen

Mit 6.400 eingereichten Klagen seit 2005 steigt die Zahl der Streitfälle derweil stetig an. Im Zuge des zunehmenden Bewusstseins für die PFAS-Problematik in den USA ist die Zahl der Streitfälle in den letzten zwei Jahren explosionsartig gestiegen. Rund um das Thema Löschschaum wurden derart viele Klagen eingereicht, dass sie zur gemeinsamen Koordinierung zusammengeführt wurden (Multi-District Litigation, MDL). Lange richteten sie sich vor allem gegen den Chemiekonzern DuPont de Nemours, aber inzwischen werden ebenso häufig andere Unternehmen verklagt.19

„Die USA gelten als Indikator für diese rechtlichen Fragestellungen. Das MDL-Verfahren könnte eine wegweisende Entwicklung nehmen. Entscheidet der Richter zugunsten der Kläger, bedeutet dies, dass zwischen den PFAS und den Erkrankungen der Menschen ein Zusammenhang besteht“, so Joshua French, ESG-Sektoranalyst für globale Industrie- und Chemiewerte bei Aviva Investors. „Dass diese Verbindung bislang nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte, nutzen Chemieunternehmen gegenüber Anlegern bisweilen als Rechtfertigung.“

Rechtsetzung für Europa kommt

Die Rechtsstreitigkeiten in den USA haben auch in Europa Bewusstsein geschaffen. In Großbritannien, wo PFAS bislang offiziell erlaubt sind, will das Amt für Gesundheit und Sicherheit (Health and Safety Executive) eine Einschätzung der damit verbundenen Gesundheitsrisiken veröffentlichen. Damit könnte der erste Schritt in Richtung einer Regulierung dieser Chemikalien gemacht sein.20

In der EU wurde die Verwendung von PFAS in Lebensmitteln im Januar 2023 verboten, und eine Gruppe von fünf Ländern hat bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) einen Vorschlag zur Beschränkung von rund 10.000 PFAS eingereicht.21,22 Des Weiteren gilt die Herstellung sichererer Chemikalien unter den vier finalen Kriterien der EU-Taxonomie als „tiefgrün“. Nach Meinung von ChemSec könnte sich dies als wirkungsvolle Waffe im Kampf gegen gefährliche Stoffe erweisen.23

Einbindung von Stakeholdern

ChemSec veröffentlichte 2020 seinen ersten ChemScore-Bericht. Dieser bewertet die 35 größten Chemieproduzenten der Welt im Hinblick auf ihre Bemühungen, die Belastung der Umwelt durch chemische Schadstoffe zu reduzieren. Das Ranking wird einmal pro Jahr überprüft, und die Unternehmen auf der Liste werden von ChemSec dazu angehalten, in den Dialog zu treten, die Transparenz hinsichtlich der Verwendung und Produktion gefährlicher Chemikalien zu verbessern und so einen ersten Schritt zur Reduzierung ewiger Chemikalien zu unternehmen.24

Wir haben die Unternehmen dazu aufgefordert, die Transparenz im Hinblick auf die Bezeichnungen und die Mengen der weltweit hergestellten Chemikalien zu verbessern

Wir haben die Rankings von Anfang an unterstützt und die Unternehmen dazu aufgefordert, die Transparenz im Hinblick auf die Bezeichnungen und die Mengen der weltweit hergestellten Chemikalien zu verbessern.

„Im ersten Jahr haben wir uns allein auf den Weg gemacht und sind auf eine Mauer gestoßen“, erzählt Mathieu. „Darüber habe ich mit einem Ansprechpartner bei Storebrand gesprochen, der gerne bereit war, sich der Sache anzuschließen und vorschlug, andere Anleger an Bord zu holen. In diesem Bereich ist es nicht schwer, Unterstützung zu finden, denn aufgrund der Regulierung, der Haftungsklagen und des Drucks seitens der Verbraucher zählt dieses Thema zu den Umweltproblemen mit dem größten Einflusspotenzial im Hinblick auf die Kurse.

Dass 2023 bereits 50 Anleger zusammengekommen sind, die mit Unternehmen über ChemScore sprechen, nachdem es 2020 noch ein einziger war, hat den Unternehmen gezeigt, dass sie nicht länger den Kopf in den Sand stecken können“, so Mathieu weiter.

Nähern wir uns einem Wendepunkt?

Während zwischen dem ersten und dem zweiten ChemScore-Bericht wenig Fortschritte erzielt wurden, zeigte die Ausgabe von 2022 infolge des Drucks bei vier Unternehmen Verbesserungen, auch wenn andere zurückfielen. Letzteres war bei DuPont der Fall, das unter dem Siegel „vertrauliche Geschäftsinformationen“ seine gesamte chemische Produktion in den USA dem Blick der Öffentlichkeit entzog.25

Mathieu berichtet aber auch von Unternehmen, die sich nach anfänglicher Zurückhaltung dem Dialog mit ChemSec öffnen. Diese Entwicklung wird begrüßt, denn Ziel der Anlegerinitiative ist es, dass die Anleger, ChemSec und die Chemieunternehmen zusammenarbeiten.

„Inzwischen wird viel stärker zusammengearbeitet. Zum Beispiel diskutieren Unternehmen untereinander ihre Ergebnisse und vergewissern sich, dass sie korrekt sind“, erklärt sie. „Ein bahnbrechendes Ereignis war die Mitteilung von 3M im Dezember, mit der das Unternehmen zugesichert hat, PFAS schrittweise aus dem Programm zu nehmen. Wir gehen davon aus, dass auch bei anderen Unternehmen Dynamik aufkommen wird.“

Auswirkungen auf Kapitalanlagen

Die aktuellen Schätzungen zu den Haftungsansprüchen gegenüber 3M liegen bei rund 30 Mrd. USD, aber laut Bloomberg Law wurden rund um das Thema PFAS in den USA seit Anfang 2020 täglich drei neue Klagen eingereicht, auch gegen 3M. Angesichts der hohen Geschwindigkeit, mit der die Klagewelle – auch gegen 3M – auf die Unternehmen zurollt, dürfte es nicht überraschen, wenn die Konsenserwartungen zu den PFAS-Haftungsansprüchen mit der Zeit deutlich steigen.26

Es dürfte nicht überraschen, wenn die Konsenserwartungen zu den PFAS-Haftungsansprüchen mit der Zeit deutlich steigen

„Wir haben PFAS schon recht früh als wesentliches Risiko für 3M erkannt“, erklärt Burns. „Die Warnung haben wir deshalb ausgesprochen, weil es unmöglich ist, die Haftungsansprüche, die aus den Altlasten und der Herstellung von ewigen Chemikalien entstehen, zu beziffern.“

Neben der bilanziellen Belastung des Unternehmens zeigen sich die Auswirkungen der Klageverfahren auch in der Kursentwicklung der letzten fünf Jahre. Zwischen März 2018 und dem 15. Februar 2023 ging der Kurs der 3M-Aktie von über 240 USD auf unter 115 USD zurück.27

Angesichts dieser Auswirkungen und mit Blick auf die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens, die eine positive gesellschaftliche Wirkung entfalten, erscheint es wirtschaftlich sinnvoll, PFAS bis 2025 schrittweise aus dem Programm zu nehmen. Andere Chemiefabrikanten könnten einen ähnlichen Weg einschlagen.

Vermeidung

Laut French beeinflusst das Thema aufgrund der rechtlichen, finanziellen und Reputationsrisiken die Titelauswahl nicht nur im Chemiesektor, sondern auch in der nachgelagerten Industrie.

„In den letzten Jahren war es unser Ansatz, diese basierend auf einer Risikobewertung zu vermeiden“, erklärt Burns. „Wir untersuchen die Informationen, die wir über das vergangene und aktuelle Exposure eines Unternehmens gegenüber PFAS finden können, und gelangen so zu einer Entscheidung, ob die Risiken hoch genug sind, um einen Ausschluss zu rechtfertigen.“

Am Beispiel der Lösungsanbieter, die in der Climate-Transition-Strategie von Aviva Investors enthalten sind, erklärt Burns, dass Trane als einziger großer Akteur im Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik keinen PFAS-basierten Löschschaum im Programm hat, ganz im Gegensatz zu Jonson Controls und Carrier. Daher bevorzugen wir Trane.

Potenzielle PFAS-bedingte Haftungsansprüche nehmen wir zum Anlass, Anlagechancen noch einmal zu überdenken und mehr fundamentales Bottom-up-Research zu betreiben

„Bei der Betrachtung von Unternehmen mit ähnlichen Geschäftstätigkeiten war das Exposure gegenüber PFAS-basiertem Löschschaum eines der Auswahlkriterien, die uns zu Trane geführt haben“, erklärt er. „Die Konsequenzen reichen weiter als man annehmen könnte und kommen in der Regel zum Vorschein, wenn ein Unternehmen ein anderes kauft, das mit Altlasten behaftet ist. Diese lassen sich nicht beseitigen, aber die erwerbenden Gesellschaften, so glauben die Kläger, haben tiefe Taschen. Im Aktienbereich nehmen wir potenzielle PFAS-bedingte Haftungsansprüche zum Anlass, eine Anlagegelegenheit noch einmal zu überdenken und mehr fundamentales Bottom-up-Research zu betreiben.“

Auch Verbrauchermarken sind betroffen. Es konnte nachgewiesen werden, dass PFAS in Kosmetikprodukten wie Mascara und Foundation enthalten sind, sodass die rechtlichen und Reputationsrisiken aufgrund der zunehmenden Präferenz für „Clean Beauty“-Produkte steigen. Im Jahr 2022 haben wir uns mit Coty und L’Oréal auseinandergesetzt, um das PFAS-Exposure der beiden Unternehmen besser zu verstehen.28

Chancen

Andererseits entstehen in Verbindung mit der Beseitigung von PFAS auch Chancen, zum Beispiel rund um das Thema Wasser. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die im März 2023 von der EPA vorgeschlagenen neuen Grenzwerte. Anlagechancen bieten sich etwa bei Unternehmen, die bestehende Wasseraufbereitungsanlagen so aufrüsten, dass sie auf diese Chemikalien testen können.

„Wir sind zum Beispiel in Xylem investiert, ein großes Unternehmen für Wasseraufbereitungsanlagen. Es gibt also Anlagechancen im Bereich der Anpassung“, erklärt French. „Bedauerlicherweise sind diese Lösungen nötig, damit wir uns an eine schlimme Lage anpassen können, aber darin zeigt sich auch das Ausmaß des Problems.“

Es bieten sich Anlagechancen im Bereich der Beseitigung von PFAS

Anlagenbauer und Bauunternehmen, die industrielle Wasseraufbereitungsanlagen errichten und erweitern, könnten ebenfalls profitieren. Zum Beispiel ist es Teil des Geschäfts von Jacobs Engineering, solche Anlagen auszubauen, und das Unternehmen hat jüngst darauf hingewiesen, dass die Anfragen zu den Möglichkeiten der Filterung von PFAS zunehmen.

Auch wenn viele Lösungsanbieter Small-Cap-Unternehmen sind, die sich nicht für jedes Anlageportfolio eignen, sollte man ihre Entwicklung im Auge behalten. NXP Filtration beispielsweise hat eine Nanofiltrationstechnologie entwickelt, mit der sich PFAS-Verbindungen beseitigen lassen, sodass sauberes Trinkwasser entsteht. Damit sinkt auch der Einsatz von Energie und Chemikalien.

Mit dem steigenden Bewusstsein und der schärferen Regulierung ergeben sich nach Einschätzung von Burns mittelfristig Anlagechancen im Bereich der Sanierung, zum Beispiel bei Unternehmen wie NXP Filtration, aber auch bei Anlagenbauern und Bauunternehmen mit dem Schwerpunkt Wasser.

Es lohnt sich, nach Alternativen zu suchen – wie etwa Unternehmen, die von sich behaupten können, dass sie keine PFAS verwenden. „Im Zuge des steigenden Bewusstseins für die Risiken bieten sich hier Anlagechancen“, so Burns.

Literatur

  1. Sandee LaMotte, „Locally caught fish are full of dangerous chemicals called PFAS, study finds“, CNN, 17. January 2023
  2. „Pressemitteilung: Investors with $8 trillion call for phase-out of dangerous “forever chemicals”“, ChemSec, 29. November 2022
  3. „Pressemitteilung: ECHA publishes PFAS restriction proposal“, Europäische Chemikalienagentur (ECHA), 7. Februar 2023
  4. Pat Rizzuto und Zach Bright, „PFAS foam replacement challenges nation’s fire departments (1)“, Bloomberg Law, 24. Januar 2023
  5. Andrew Wallender, „Companies face billions in damages as PFAS lawsuits flood courts“, Bloomberg Law, 23. Mai 2022
  6. „Chemical compounds: The good, the bad and the ugly“, Aviva Investors, 9. Dezember 2020
  7. „Pressemitteilung: Investors launch initiative to tackle chemical pollution crisis“, ChemSec, 14. Februar 2023
  8. „Pressemitteilung: 3M to exit PFAS manufacturing by the end of 2025“, 3M, 20. Dezember 2022
  9. Tom Perkins, „EPA sets ‘groundbreaking’ limits on toxic ‘forever chemicals’ in drinking water“, The Guardian, 14. März 2023
  10. Deborah Greaves und Nicola Culliton, „Fashion, textiles and cosmetics: banning 'forever chemicals' in Europe and the US“, Withersworldwide, 16. Januar 2023
  11. Pat Rizzuto und Zach Bright, „PFAS foam replacement challenges nation’s fire departments (1)“, Bloomberg Law, 24. Januar 2023
  12. „Global database of per- and polyfluoroalkyl substances“, OECD, 4. Mai 2018
  13. „Comptox chemicals dashboard: PFAS master list of PFAS substances“, United States Environmental Protection Agency, Stand 13. Februar 2023
  14. Sandee LaMotte, „Locally caught fish are full of dangerous chemicals called PFAS, study finds“, CNN, 17. January 2023
  15. „ChemSec's corporate PFAS movement“, ChemSec, Stand 13. Februar 2023
  16. „EPA to ‘rebuild capacity’ under Biden’s budget“, Environment Analyst, 6. April 2022
  17. „Drinking water health advisories for PFAS: Fact sheet for communities“, EPA, 15. Juni 2022
  18. „US to limit PFAS 'forever chemicals' in drinking water“, BBC News, 15. March 2023
  19. Andrew Wallender, „Companies face billions in damages as PFAS lawsuits flood courts“, Bloomberg Law, 23. Mai 2022
  20. Esme Stallard, „'Forever chemicals' still in use in UK make-up“, BBC News, 13. Januar 2023
  21. „Hungry for more: The EU limits “forever chemicals” in food – but the universal PFAS ban is still far away“, ChemSec, 10. Januar 2023
  22. „Pressemitteilung: ECHA publishes PFAS restriction proposal“, Europäische Chemikalienagentur (ECHA), 7. Februar 2023
  23. „EU Taxonomy proposal: “Deep green” to substitute hazardous chemicals“, ChemSec, 16. Januar 2023
  24. „ChemScore report 2022“, ChemSec, Stand 15. Februar 2023
  25. „ChemScore 2022 reveals growing differences between global regions“, ChemSec, 6. Dezember 2022
  26. Andrew Wallender, „Companies face billions in damages as PFAS lawsuits flood courts“, Bloomberg Law, 23. Mai 2022
  27. Quelle: Bloomberg
  28. Esme Stallard, „'Forever chemicals' still in use in UK make-up“, BBC News, 13. Januar 2023

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