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Ob Trump nun nächtliche Tweets verfasst oder große Worte bei Verhandlungen schwingt – sein erstes Jahr im Oval Office war alles andere als langweilig. Wir befassen uns hier mit einigen Punkten, die Anleger in den kommenden zwölf Monaten im Auge behalten sollten.

Die ganze Welt muss sich seit beinahe einem Jahr mit der Realität einer US-Präsidentschaft unter Donald Trump abfinden. Zeitweise weckt er Hoffnung auf ein neues Zeitalter, in dem die USA die Welt wieder wirtschaftlich und industriell dominieren. Dann wieder stellte er langjährige Beziehungen mit den Handelspartnern und traditionellen Verbündeten des Landes in Frage, widerspricht hochrangigen Personen in seiner eigenen Administration oder sich selbst und schockiert mit nonchalantem Schweigen, mit denen er extremistische Tendenzen übergeht.

Die einen meinen, die Finanzmärkte hätten bislang positiv auf Trump reagiert, die anderen finden, es sei ihnen gelungen, sein ungeschliffenes Benehmen zu ignorieren. Die Aktienindizes stellen auch nach der ersten Rally infolge der Wahl neue Rekorde auf. Die Zinssätze scheinen in einer bestimmten Bandbreite zu verharren, obwohl die US-Notenbank Fed mit weiteren Erhöhungen im kommenden Jahr liebäugelt, während der US-Dollar, der in den ersten drei Quartalen 2017 nachgegeben hatte, gegenüber den meisten wichtigen Währungen wieder an Wert gewinnt.

Worauf sollten nun die Märkte im zweiten Amtsjahr achten? Wir haben zehn Punkte identifiziert, die Anleger 2018 nicht aus den Augen verlieren dürfen.

1.      Steuerreform

Unter all den Maßnahmen, für die Trump während des Wahlkampfs warb, erschien den Märkten die Steuerreform am wichtigsten. Die Gesetzesentwürfe, die von den Republikanern im Repräsentantenhaus und im Senat verfasst wurden, berücksichtigen viele Punkte, die auf Trumps Wunschliste stehen: beispielsweise niedrigere Körperschaftssteuern und vereinfachte Steuerklassen für Privatpersonen. Viele vorgeschlagene Bestimmungen würden sich auf die US-Unternehmen auswirken, u.a. die Rückholung der im Ausland gehaltenen Konzerngewinne, die Umstellung auf ein territoriales Steuersystem und die beschränkte Abzugsfähigkeit von Zinszahlungen. Die neuen Regeln für ausländische Gewinne sollten die US-Unternehmen dazu anregen, diese Gelder für Investitionsgüter oder Akquisitionen zu verwenden, während die geringere Abzugsfähigkeit der Zinsen die Attraktivität von Bond-Emissionen senkt und damit die Dynamik des Markts für US-Unternehmensanleihen beeinflusst.

„Die Kreditmärkte dürften die neuen Steuergesetze deutlich spüren, wie auch immer die Reform aussieht, die sich aus den Verhandlungen ergibt“, so Brent Finck, Senior Portfolio Manager, Global High Yield, bei Aviva Investors in Chicago. „Selbstverständlich hängt vieles von den Einzelheiten ab, insbesondere von der Abzugsfähigkeit der Zinsaufwendungen. Sie könnten sich auf Investment-Grade-Anlagen anders auswirken als auf Hochzinsanleihen.“

Trump will die Reform noch vor dem Jahreswechsel unterzeichnen. Die Republikaner im Kongress beeilen sich, um ihn nicht zu enttäuschen. Steuerreformen sind jedoch kompliziert und zeitaufwändig. Bei der letzten umfassenden Novellierung im Jahr 1986 brauchte der Entwurf zehn Monate, bis er als Gesetz verabschiedet wurde. Zudem wird das Projekt nicht allgemein unterstützt. Aktiver Widerstand kommt von den betroffenen Branchen, etwa Immobilien und Bauwesen, und bestimmten Gruppen, zu denen auch die Vertreter von Städten und Bundesstaaten mit hohen Steuern zählen.

Die Republikaner im Repräsentantenhaus stimmten am 16. November 2017 für den Entwurf, aber die Fassung des Senats ist noch nicht fertig. Eine Steuerreform ist möglicherweise die beste und einzige Gelegenheit für die Republikaner, einen Sieg davonzutragen und damit anlässlich der Kongresswahlen im November 2018, also in der Mitte der ersten Amtszeit von Präsident Trump, zu punkten. Vielleicht haben die Märkte nach der Euphorie infolge der Präsidentschaftswahl zu stark korrigiert und unterschätzen heute die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Steuerreform. Dennoch dürfte auch eine bescheidene Reform den Märkten Aufwärtspotenzial verschaffen.

2.      Handel

Handel und Immigration waren die beiden Themen der Wahlkampagne, mit denen Donald Trump in der amerikanischen Arbeiterklasse besonders großen Anklang fand. Der Rückzug der USA aus der transpazifischen Partnerschaft (TPP) und die Wiedereröffnung der Verhandlungen mit Kanada und Mexiko über das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) zeigen, dass Donald Trump tatsächlich auf die Karte der Anti-Globalisierung setzt, die seiner Wählerschaft am Herzen liegt. Der US-Präsident schafft es jedoch, auch wenn er einen harten Kurs fährt, gemischte Signale zu senden. Anlässlich seiner Asienreise im November warf er überraschenderweise nicht China, sondern den früheren US-Regierungen vor, das klaffende Handelsdefizit verursacht zu haben. Als er sich an die Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) wandte, sprach er hingegen protektionistischere Themen an.

„Trotz der Hetze gegen den Freihandel in der Wahlkampagne und in geringerem Ausmaß bis heute hat Präsident Trump keine unilateralen protektionistischen Maßnahmen getroffen“, so Michael Grady, Senior Economist und Strategist bei Aviva Investors. „Der Besuch in China deutet sogar auf seine Bereitschaft, mit dem Land, das er früher am meisten kritisierte, produktiv zusammenzuarbeiten.“

Es bleibt abzuwarten, ob diese Erklärungen und Gesten effektiv in die Handelspolitik der Regierung einfließen. Die Zölle auf südkoreanische Waschmaschinen und britische und kanadische Passagierjets gefallen zwar den amerikanischen Herstellern und Arbeitern, aber sie können auch die laufenden diplomatischen Verhandlungen mit den wichtigsten Verbündeten der USA in geopolitisch gespannten Zonen wie der koreanischen Halbinsel belasten. Dazu kommen die geschäftlichen und politischen Interessen der USA und der Republikaner, die den Freihandel unterstützen und sich rein protektionistischen Handelsmaßnahmen widersetzen würden. Die Vertreter der Landwirtschaft – üblicherweise unbeirrbare Befürworter der republikanischen Partei – protestierten besonders laut gegen die von Donald Trump anfangs angedrohten Neuverhandlungen des NAFTA-Abkommens.

„Auf kurze Sicht stehen wir vor dem Risiko, dass die NAFTA-Verhandlungen zusammenbrechen, weil die USA verschiedene Änderungen fordern, die von Kanada und Mexiko nicht akzeptiert werden können, etwa eine gleitende 5-Jahres-Auslaufklausel“, erklärt Michael Grady. „Trotz der unterschiedlichen Erwartungen dürfte am Ende wohl doch ein Kompromiss geschlossen werden.“

3.      Immigration

Donald Trump versprach, auf Kosten Mexikos „an der südlichen Grenze eine hohe Mauer zu bauen“1. Bislang wurden noch keine Gelder bereitgestellt, um die Mauer zu errichten, schon gar nicht von Mexiko, und auch keine endgültigen Pläne vorgelegt. Aber der US-Präsident hat das Thema Immigration nicht vergessen. Im ersten Jahr beschränkte er das HB1-Visumsprogramm für qualifizierte ausländische Arbeitskräfte und setzte dem DACA-Programm ein Ende, das rund 800.000 Immigrantenkinder ohne Aufenthaltsbewilligung (die sogenannten Träumer) vor einer Abschiebung schützte.

Obwohl diese Entscheidungen den Anhängern von Trump gut gefielen, lösten sie in der allgemeinen Bevölkerung und der Wirtschaft laute Proteste aus. Die Debatte könnte eine Gelegenheit bieten, das Zuwanderungsrecht in den nächsten Jahren umfassend zu reformieren. Angesichts der Spaltung in Washington ist allerdings kaum damit zu rechnen. „Die Republikaner haben keine Lust, diesen Kurs [Reform der Zuwanderung] wieder einzuschlagen“, meint Edward Alden, einem ranghohen Mitglied des Rates für Auswärtige Angelegenheiten.2

4.      Gesundheitswesen

Donald Trump gelobte, das umfassende Krankenversicherungsgesetz seines Vorgängers, das er „desaströse Obamacare“ nennt3, aufzuheben und zu ersetzen. Der von den Republikanern dominierte Kongress schaffte es in drei Anläufen nicht, das Gelübde des Präsidenten zu erfüllen, und bewies damit, dass die Parteispitze nicht in der Lage ist, einen wesentlichen Bestandteil ihres Programms durchzusetzen. Gleichzeitig entstanden Zweifel an der Realisierbarkeit der übrigen Punkte auf der republikanischen Agenda. Als die Aufhebung im Kongress ins Stocken kam, versuchte Donald Trump, Obamacare über die Hintertür auseinanderzunehmen. Er erließ Verordnungen, um die Vertriebsregeln für Krankenversicherungen zu lockern und so den staatlichen Zuschüssen für Versicherungen einen Riegel vorzuschieben. Der Präsident und die republikanischen Abgeordneten werden wohl andere Wege finden, um Obamacare zu schwächen und schließlich lahmzulegen. Sie können beispielsweise neue Vorschriften in anderen Gesetzen einführen, wie sie es auch im Rahmen der Steuerreform beschlossen haben.

„Obwohl es den Republikanern nicht gelungen ist, Obamacare vollständig aufzuheben und zu ersetzen, rechnen wir damit, dass das Gesundheitswesen auch 2018 ganz oben auf der Agenda des Gesetzgebers stehen wird“, so Matthew Raque, Senior Research Analyst bei Aviva Investors in Chicago. „Teile von Obamacare werden wohl aufgehoben, doch dürften die Versicherungsbörsen und das staatliche Medicaid-Programm für Menschen mit niedrigem Einkommen, Kinder und Behinderte noch einige Jahre in Kraft bleiben.“

5.      Deregulierung der Finanzdienstleistungen

Donald Trump genießt seine Macht und ändert oder annulliert gern Vorschriften in vielen verschiedenen Bereichen, von der Umwelt bis zur Immigration, ohne den Kongress einschalten zu müssen. Der Großteil der Deregulierung erfolgt im Namen des Stellenerhalts oder der Stellenschaffung in den USA. Sein Augenmerk gilt u. a. der Abschaffung vieler Regulierungen im Finanzsektor, die infolge der weltweiten Finanzkrise 2007/2008 eingeführt wurden.

Zahlreiche Vorschriften wurden in Reaktion auf den Zusammenbruch der Banken getroffen und sind verständlich, doch können sogar mit den besten Absichten eingeführte Regeln die Effizienz der Finanzmärkte mindern. Es sieht so aus, als ob die Branche ein Höchstmaß an Regulierung erreicht hätte. „Die Regierung wird gewiss die Aufsicht lockern und die vielen gesetzlichen Anforderungen, die auf den Finanzinstituten lasten, abbauen“, hört man bei Eversheds Sutherland, einer international tätigen Rechtsanwaltskanzlei. „Geringere Aufsicht kann Probleme für grenzüberschreitend tätige Institute schaffen, die die Deregulierung in den USA nutzen will und gleichzeitig die Vorgaben in Großbritannien einhalten muss, wo die Vorschriften tendenziell strenger werden.”4

6.      Infrastruktur

Als Kandidat wollte Trump die „Straßen, Brücken, Schienen, Tunnel, Hafenanlagen und Flughäfen der neuen Generation errichten, die das Land verdient“5. Der Markt für Infrastruktur steckt in den USA noch in den Kinderschuhen, sollte Trump jedoch auch nur einen Bruchteil der Anlagen bauen, die nötig sind, würden sich den Anlegern viele neue Gelegenheiten bieten. Auf Regierungsebene spricht man von 1 Billion US-Dollar für die Modernisierung der Infrastruktur in den nächsten zehn Jahren, konkretere Pläne wurden jedoch noch nicht angekündigt.

Die Finanzierung solcher Projekte, was auch immer sie kosten mögen, ist eine wahre Herausforderung für ein Land, das immer höhere Haushaltsdefizite einfährt. Donald Trump zog ursprünglich öffentlich-private Partnerschaften vor. Dieses Modell ist auf internationaler Ebene beliebt, in den USA jedoch kaum vertreten. In jüngster Zeit ließ der Präsident die Idee wieder fallen, weil „sie mehr Kopfzerbrechen bereitet, als sie Vorteile bringt“.

„Öffentlich-private Partnerschaften sind ein Instrument im Instrumentarium und sollten öfter für die Finanzierung amerikanischer Infrastrukturprojekte herangezogen werden“, so Darryl Murphy, Head of Infrastructure Debt bei Aviva Investors. „Seitens der europäischen Anleger besteht großes Interesse, aber in den USA findet die Lösung kaum Anklang. Weiter erschwert wird die Lage durch die Tatsache, dass die Anlagen auf der Ebene der Bundesstaaten und der Kommunen finanziert werden, wobei die einzelnen Auftraggeber ihre Investitionen ohne zentrale Unterstützung oder Kontrolle beschließen.“

7.      Ernennungen bei der US-Notenbank

Donald Trump bietet sich eine Gelegenheit, die nur wenige US-Präsidenten hatten. Er kann die künftige US-Geldpolitik nachhaltig prägen, muss er doch einige Sitze im siebenköpfigen Board of Governors der Fed neu besetzen und einen Notenbankchef ernennen. Jerome Powell, einer der Fed-Gouverneure und als Zentrist bei geldpolitischen Fragen bekannt, wurde im November als Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der Fed ernannt.

„Jerome Powell stellt die Fortsetzung der Geldpolitik sicher und kündigt wohl keine Trendwende an“, erklärt Grady. „Er stimmte in den letzten fünf Jahren immer den Ansichten von Janet Yellen zu, die wiederum vom Research-Team im Dienst der Gouverneure geprägt wurden. Ich rechne damit, dass der Stab Jerome Powell nach wie vor rät, die geldpolitische Lockerung allmählich zu drosseln und die Bilanzsumme abzubauen.“

Auf lange Sicht würde Trump vielleicht die Fed-Spitze durch seine Nominierungen gern so beeinflussen, dass sie das Wirtschaftswachstum unterstützt und eine lockere Geldpolitik führt.

„Die nächste wichtige Ernennung betrifft den stellvertretenden Vorsitzenden, der Stanley Fisher nachfolgt“, meint Grady. „Da Jerome Powell kein gelernter Ökonom ist, wird wohl ein herausragender Wirtschaftswissenschaftler zu seinem Stellvertreter ernannt, der mehr Einfluss auf die Geldpolitik nimmt als seine Vorgänger in den letzten Jahrzehnten.“

8.      Geopolitik

Donald Trump machte seine außenpolitische Stellung in seiner Antrittsrede klar: „Ab dem heutigen Tag heißt es nur mehr: Amerika kommt zuerst.“6 Nach dem ersten Jahr ist noch nicht klar, ob diese Rechnung aufgeht. Die Position des Landes in der Welt hat gelitten, seitdem Trump im Amt ist: Im jährlichen Soft Power 30 Ranking of Global Leaders7 rutschten die USA vom ersten auf den dritten Rang. Eine weltweite Umfrage von Pew Research ergab, dass heute mehr Menschen die USA in einem ungünstigen Licht sehen als am Ende der Amtszeit von Präsident Obama.8 Diese Einbußen sind wohl größtenteils darauf zurückzuführen, dass Washington sich weniger für herkömmliche internationale Bündnisse interessiert und die außenpolitischen Beziehungen lieber wie Geschäftstransaktionen angeht.

Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der anfangs Schwierigkeiten mit der Außenpolitik hat. Es besteht also die Möglichkeit, dass sich noch eine klarere Strategie abzeichnet, insbesondere vor dem Hintergrund der von Nordkorea angedrohten Raketenangriffe. Melvyn Leffler, Visiting Professor für internationale Politik am Miller Center, University of Virginia, schrieb in Foreign Policy: „Die Gestaltung einer effektiven nationalen Sicherheitspolitik ist eine gewaltige Herausforderung, aber andere Präsidenten haben sich nach einem schwierigen Anfang erholt. Dennoch braucht es mehr als ein offizielles Strategiepapier, das die aktuelle Regierung, wie ihre Vorgänger, jetzt ausarbeitet.“8

9.      Kongresswahlen

An der politischen Front stehen im November 2018 alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 33 Sitze im Senat zur Wiederwahl. Derzeit haben die Republikaner einen Vorteil von 46 Stimmen im Repräsentantenhaus und von 4 Stimmen im Senat. Die republikanische Hegemonie ist anscheinend eher im Senat gefährdet, aber die Demokraten im Oberhaus haben einen steinigeren Weg vor sich. Auch mit dem jüngsten Rücktritt von zwei republikanischen Senatoren müssen sich mehr demokratische als republikanische Senatoren 2018 einer Wiederwahl stellen, viele davon in den sogenannten Swing-States, die 2016 zugunsten von Trump stimmten.

Das endgültige Ergebnis der Steuerreform dürfte für die Wiederwahl vieler amtierender Abgeordneten ausschlaggebend sein. Das setzt aber voraus, dass die Fassung des Senats, sollte sie überhaupt verabschiedet werden, mit der Fassung des Unterhauses abgestimmt wird.

„Je länger es dauert, die Steuerreform auf die Beine zu stellen, desto wahrscheinlicher ist sie das Ergebnis der Zusammenarbeit beider Parteien“, erläutert Finck. „Vielleicht hängt sie letztlich von wiederzuwählenden demokratischen Senatoren aus Staaten ab, in denen viele Wähler für Trump gestimmt haben. Diese Wähler unterstützen möglichweise lieber einen Vorstoß der Republikaner mit überparteilichen Vorschlägen.“

Sollten die Republikaner nach den Wahlen im November 2018 im Ober- und im Unterhaus die Mehrheit behalten, könnten noch mehr Punkte auf der Wunschlist des Präsidenten Gesetz werden. Sollten allerdings die Demokraten die Kontrolle über eine oder beide Kammern erlangen, wird es wohl zu einem legislativen Stillstand und einem politischen Krieg zwischen den Demokraten im Kongress und dem Weißen Haus kommen.

10.   The shadow of investigations

Die Ungewissheit bzw. Unvorhersehbarkeit der Lage wird noch durch die Ermittlungen aufgrund des Eingriffs der Russen in die Präsidentschaftswahl 2016 und der möglichen Verbindungen zur Wahlkampagne von Donald Trump verstärkt. Die Untersuchung der Grand Jury dürfte weit ins kommende Jahr hinein dauern, zumal Robert Mueller, der eigens in dieser Sache bestellte Staatsanwalt, bestrebt ist, weitere Dokumente zu erhalten und aktuelle sowie frühere Mitarbeiter im Weißen Haus zu befragen. Sobald neue Ergebnisse an die Öffentlichkeit dringen, wird wieder von Amtsenthebung gesprochen. Da jedoch die Republikaner in beiden Kammern das Sagen haben, hat ein solches Verfahren derzeit keine Chancen.

Weitere Enthüllungen in den nächsten zwölf Monaten könnten allerdings die Prozessbereitschaft beeinflussen. In dem Fall ist ein politischer Krieg wahrscheinlich, in dem sich Donald Trump begeistert auf seine Feinde stürzt, weil er weiß, dass seine Anhänger ihn nicht verlassen. Diese Schlacht kann er gewinnen oder verlieren, ziemlich sicher ist nur, dass sie die Kluft zwischen den Demokraten und den Republikanern in der Bevölkerung weiter vertieft.

Verweise:

[1]  Donald Trump, Wahlrede, Phoenix, Arizona. 1. Sept. 2016.

[2]  „The U.S. Immigration Debate“, Council on Foreign Relations. Aktualisiert am 6. September 2017. https://www.cfr.org/backgrounder/us-immigration-debate-0

[3]  Donald Trump, Rade anlässlich der Republican National Convention, Cleveland, Ohio. 21. Juli 2017

[4]  „Less is More or More is More? Differences in the Regulatory Ethos in the US and the UK Pose Challenges for Financial Institutions“, Eversheds Sutherland (US) LLP. Lexology, 15. November 2017. https://www.lexology.com/library/detail.aspx?g=096133c5-c3d0-4201-8a19-2143f24de4f5

[5]  Donald Trump, Rede vor dem Detroit Economic Club, 8. August 2016.

[6]  Präsident Trump, Antrittsrede, Washington, D.C., 20. Januar 2017.

[7]  The Soft Power 30: a global ranking of soft power 2017. Portland PR Limited und USC Center on Public Diplomacy. https://softpower30.com/wp-content/uploads/2017/07/The-Soft-Power-30-Report-2017-Web-1.pdf

[8]  „U.S. Image Suffers as Publics Around World Question Trump’s Leadership“, Pew Research Center, 26. Juni 2017. http://www.pewglobal.org/2017/06/26/u-s-image-suffers-as-publics-around-world-question-trumps-leadership/#the-worlds-wider-view-of-america

[9]  „The Worst 1st Year of Foreign Policy Ever“, Foreign Policy, 19. September 2017. http://foreignpolicy.com/2017/09/19/the-worst-first-year-of-foreign-policy-ever/

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RA17/1544/31032018